Am 2. April hatte die KAB Wallenhorst zu einem Informationsabend über das Indienprojekt von ihrem Präses Pater Xavier eingeladen. Die Informationen aus erster Hand lieferte uns Anwesenden im gut besuchten Pfarrheim Jugendreferentin Tanja Günther vom Jugendbüro Emsland-Süd. Sie war während ihres Sabbaticals zwei Monate in Indien und davon drei Wochen in dem Heim, nahe dem Dorf Fujar im Bundesstaat Gujarat im Nordwesten Indiens nahe zur Grenze von Pakistan. Die Erfahrungen von Tanja Günther waren vielfältig und überraschend. Sie wäre überall aufgefallen mit ihrer hellen Hautfarbe und die Menschen wollten immer wieder ein Foto mit ihr machen. Tanja Günther berichtete uns von Rosenkranz beten auf Schotter, Besen ohne Stiele, oder wie 17 Menschen in einen Kleintransporter gehen. Im Heim leben zurzeit 50 Kinder von Aids kranken, oder daran verstorbenen Eltern, sowie 35 alten Menschen, um die sich keine Angehörigen mehr kümmern. In einem Bildvortrag bekamen wir einen durchstrukturierten Tagesablauf vermittelt. Um sieben Uhr geht’s mit einem Morgengebet los, daran schließt sich der Schulbesuch an. Nach Hausaufgaben und freiem Spiel endet der Tag um 21:30 Uhr mit dem Rosenkranzgebet. Auch der Waschtag, an dem mit kalten Wasser und Gal-Seife die Wäsche geschruppt wird, gehöre zum Alltag der Heimbewohner. Wenn dann am Sonntag für zwei Stunden der Fernseher eingeschaltet wird, hätten Bollywood-Filme zu den Rennern gezählt.

Die Einrichtung steht in der Trägerschaft eines katholischen Ordens und wurde von Pater Xavier ins Leben gerufen. Das Heim finanziert sich ausschließlich durch Spenden, sei es durch Sachspenden wie Essen und Medikamente vor Ort, ober durch Spendengelder, wie die der Spende der KAB St. Alexander Wallenhorst von 2000 Euro. Trotz des recht strengen Alltagskorsetts, so meinte Tanja Günther, hätten es die Heimbewohner 100mal besser, als zuhause, weil sie im Heim gut umsorgt werden. Aufgrund des frühen Todes von einem oder beiden Elternteilen, würden viele Kinder von Verwandten mehr schlecht als recht, ober auch gar nicht versorgt. Wenn Mitarbeiter des Ordens darauf aufmerksam werden, versuchen sie die Unterbringung im Heim zu ermöglichen. Pater Xavier, der selbst ein Jahr als Heimleiter tätig war, berichtete noch, das von den jetzigen Spendergeldern dringend benötigte Medikamente und Schulausrüstung, wie Tornister und Bücher, angeschafft worden sind. Auch wird das Spendengeld als Zuschuss für Lebensmittel verwendet. Siggi de Vries, vom Leitungsteam freute sich, so viel über das Spendenziel erfahren zu haben und stellte fest:“Wir wissen, dass das Geld zu 100 Prozent dort ankommt und direkt vor Ort verwendet wird“.